Maifliegenzeit 2010
Dieser Artikel wurde am 8. Juli 2010 erstellt von Ralf Holzhäuser
Die diesjährige Maifliegensaison an der Wiesent, hier im Bereich Gutenbiegen, war stark abweichend von der Vorsaison. Ich möchte allerdings voranstellen, dass es, insbesondere auch im Fliegenfischer-Forum, hierzu andere Meinungen bzw. Ansichten gibt.

Hier kann ich nur von meinen Erfahrungen berichten.
Nach dem sehr kalten und langen Winter waren bis Ende Mai kaum Eintagsfliegen zu sehen. Auch in der ersten Juni-Woche (KW 22), normal eine sehr gute Zeit, war ein erfolgreiches Fischen nur mit leichten Nymphen möglich. Viele langjährige Gäste an diesem Gewässerabschnitt, welche fast immer zu gleichen Zeit dort fischen, berichteten, dass sie keine Maifliege gesehen haben.
Mit meinen Fischerfreunden Frank und Simon hatte ich mich für den 10. – 12.06. zum fischen verabredet. Hier in der Endphase der Maifliegenzeit ist normalerweise eine sehr spannende Fischerei angesagt. Doch was normalerweise den Anfang der Endphase darstellt, war in diesem Jahr der Beginn der Maifliegenzeit. Aus meiner Erfahrung ca. 2-3 Wochen verzögert. Es begann die Fischerei mit Aufsteigern und den märzbraunen Mustern.
Zu diesem Zeitpunkt ist auch immer Mathias aus dem Erzgebirge, ein hervorragender Fliegenfischer und Fliegenbinder, am Wasser und hat meine Wahrnehmung bestätigt. Als am 10.06. dann der erste leichte Schlupf kam, konnte er mir eine Anekdote von Gerhard Lerch berichten; vom verstorbenen Altmeister der Maifliegenfischerei an der Wiesent ist der Satz überliefert “am 10. Juni ist die Maifliege immer da!”. Ich, nein wir, Mathias und ich stellten fest, Gerhard hat Recht.
Die Woche 24 war durchwachsen, bedingt durch die Schafskälte, aber in der KW 25 und 26 fand dann der richtige Danica-Schlupf statt. Allerdings zeitlich etwas früher, meist schon ab 16.30 Uhr und er endete gegen 20 Uhr, so dass ab 20.30 Uhr die Fischerei vorbei war.
Eine Bilanz: Der Mai war zu kühl; das Wasser trüb und hoch. Der Juni ab Mitte des Monats mit hervorragenden Bedingungen. Die Fische haben in der Anfangsphase sehr brutal zugeschlagen. Vom Grund nach oben geschossen, die Fliege eingesaugt und oft selbst gehakt. Danach starke Fluchten vom Ufer weg Richtung Grund, wenn sie hoch geführt wurden sofortige Attacken in das Kraut mit der Hoffnung sich festsetzen zu können.

Zum Ende der Maifliegenzeit, etwa die letzte Juni und die ersten beiden Juli Wochen gab es wieder sehr viele selektive Bisse, meist keine Chance im Anschlag, hier war eine genaue Musterwahl und ein feines Vorfach auf 12er Fluorocarbon notwendig, bzw. erste Wahl.
54 Bachforellen und 12 Saiblingen konnte ich fangen. Der Großteil wurde wieder schonend zurückgesetzt. Leider habe ich in der diesjährigen Maifliegenzeit nur eine kleine Äsche landen können.
Die folgende Bildegalerie gibt einige Impressionen wieder:
















